Berechnung der drei Raum-Moden (Raummoden) Moden von Rechteck-Räumen Schalldruck Maximum Eigenfrequenz Raumeigenmoden Stehende Wellen - sengpielaudio
 
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RaummodenStehende-WellenBerechnung

Berechnen der drei Moden (Raumeigenmoden)
Raumresonanzen von Rechteck-Räumen

Axial Oblique Tangential

      axial                              tangential                          oblique (schief)

Die axialen, tangentialen und obliquen Raum-Moden von rechteckigen gleichförmigen Räumen werden berechnet.
Axiale Raum-Moden treffen auf zwei gegenüberliegende Oberflächen. Tangentiale Raum-Moden treffen auf vier
Oberflächen und oblique Raum-Moden schließen sechs Oberflächen übereck ein. Damit kann man die optimalen
rechteckigen Raumabmessungen für Heimkinos, Abhörräume, Studios und Übungsräume finden. Die Verteilung
der modalen Frequenzen soll möglichst gleichförmig sein.

 
Idee Merke: Praktisch sind nur tiefe Frequenzen unterhalb von 300 Hz als Raum-
Moden zu betrachten. Höhere modale Frequenzen verlieren an Bedeutung,
denn ihre Störwirkung wird durch andere raumakustische Effekte überdeckt.
An reflektierenden Wänden zeigen sich als Moden immer Schalldruck-
maxima - das sind
Wellenbäuche. (!!!)
 

Theorie ist gut, aber es zeigt sich: Der leere Raum kann wunderbar berechnet werden,
jedoch werfen das hinterher eingebrachte Mischpult, die Schränke, die Couch, die Sessel
und die Racks und Regale für die Effektgeräte die schönen Berechnungen über den Haufen.
So ist eben die Praxis.
 
Eric Desart, belgischer Akustiker, merkt an, dass dieser Rechner nicht alle
Eigenfrequenzen aufzeigt. Darum sollte man diesen Rechner nicht für
wissenschaftliche Zwecke eingesetzen. Als weiteres Programm steht der
Raummoden-Rechner von Bob Golds zur Verfügung. Compute metric (meters).

 
Stehende Welle
 
Stehende Welle - 3. Harmonische (2. Oberschwingung) − 3 Knoten und 4 Bäuche
 
An den gegenüberliegenden Wänden bildet sich immer ein maximaler Schalldruck (Bauch) aus.
 

Bäuche
Maximum
Knoten
Nulldurchg.
Wellenlänge Frequenz Harmonische Oberschwingungen
2 1 λ = 2 L f0 = c / (2 L) 1. Harmonische  Grundschwingung
3 2 λ = L f0 = 2 · c / (2 L) 2. Harmonische 1. Oberschwingung
4 3 λ = 2 / 3 · L f0 = 3 · c / (2 L) 3. Harmonische 2. Oberschwingung
k + 1 k λ = 2 / k · L f0 = k · c / (2 L) k. Harmonische (k − 1). Oberschwingung

Bei Dezimal-Eingabe ist der Punkt zu verwenden.

Berechnung der drei Raum-Moden
Eingabe der Abmessungen des Rechteckraums

Raumlänge L
m
Raumbreite B
m
Raumhöhe H
m

room modes - sengpielaudio

Axiale Raum-Moden

Axial Moden schließen zwei parallele Oberflächen ein − gegenüberliegende Wände oder den Fußboden und die Decke. Das sind die stärksten Moden.
An den Wänden befinden sich immer Schalldruckmaxima (Schalldruckbäuche).

Axial room modes

Hz     Hz     Hz     Hz     Hz     Hz    
Hz     Hz     Hz     Hz     Hz     Hz    
Hz     Hz     Hz     Hz     Hz     Hz    
Hz     Hz     Hz     Hz     Hz     Hz    
Hz     Hz     Hz      

room modes - sengpielaudio

Tangentiale Raum-Moden

Tangentiale Raum-Moden haben die halbe Energie der Axial-Moden (−3 dB).
An den Wänden befinden sich immer Schalldruckmaxima (Schalldruckbäuche).

Tangential Room modes

Hz     Hz     Hz     Hz     Hz     Hz    
Hz     Hz     Hz     Hz     Hz     Hz    
Hz     Hz     Hz     Hz     Hz     Hz    
Hz     Hz     Hz     Hz     Hz     Hz    
Hz     Hz     Hz      

Room Modes - sengpielaudio

Oblique (schiefe) Raum-Moden

Oblique Raum-Moden haben ein Viertel der Energie der Axial-Moden (−6 dB).
Oblique Moden sind weniger von Bedeutung.
An den Wänden befinden sich immer Schalldruckmaxima (Schalldruckbäuche).

Oblique room modes

Hz     Hz     Hz     Hz     Hz     Hz    
Hz     Hz     Hz      

Die drei obigen Abbildungen: Dank an Brüel & Kjær - Technical Review.

Room Modes - sengpielaudio

Um für einen Rechteckraum axiale, oblique und tangentiale Moden
in ihrer Frequenz zu berechnen, wird folgende Formel verwendet:

f = \frac{c}{2} \sqrt{\left(\frac{n_x}{L}\right)^2 + \left(\frac{n_y}{B}\right)^2 + \left(\frac{n_y}{H}\right)^2}

Hierbei ist:
f = Frequenz der Mode in Hz
c = Schallgeschwindigkeit 343 m/s bei 20 °C
nx = Ordnung der Mode Raumlänge
ny = Ordnung der Mode Raumbreite
nz = Ordnung der Mode Raumhöhe
L, B, H = Länge, Breite und Höhe des Raums in Meter


Die Anzahl der Moden pro Frequenzbreite Δ f und erst Recht pro Frequenzintervall Δ f / f nimmt
mit steigender Frequenz zu. Probleme mit Inhomogenitäten durch im Spektrum klar getrennte
Eigenschwingungen treten also vor allem in kleinen Räumen und niedrigen Frequenzen auf.
Eigenschwingungen treten nicht nur in Rechteckräumen, sondern auch in schiefwinkligen
Räumen auf. Sie können dort jedoch nicht mehr so einfach wie hier berechnet werden, sondern
müssen durch numerische Verfahren ermittelt werden. Eine gleichmäßige Modenverteilung über
die Frequenz lässt sich nur durch günstige Raumproportionen erreichen, insbesondere dürfen
die Eigenfrequenzen verschiedener Raumdimensionen nicht zusammenfallen. Günstige
Verteilungen ergeben sich für Proportionen (normiert auf die Höhe H = 1) wie:
(H/B/L).
 
        Höhe H Breite B Länge L
A 1.00 1.14 1.39
B 1.00 1.28 1.54
C 1.00 1.60 2.33

Besitzt die Luft keine unendliche Ausdehnung, sondern ist es beispielsweise durch Wände
begrenzt, werden auftreffende Schallwellen je nach Beschaffenheit der Begrenzungsfläche
verschieden stark reflektiert. Die einfallende Schallwelle mit der Druckamplitude pe trifft auf
die Wand, ein Teil der Schallwellen wird reflektiert (pr) und ein Teil wird absorbiert (pa) bzw.
transmittiert (pt ) und in den jenseitigen Luftraum abgestrahlt. Zur Erfassung dieser
Zusammenhänge dienen einige akustische Kennwerte. So beschreibt der Reflexionsfaktor r
das Verhältnis von reflektierter zu einfallender und der Absorptionsfaktor α (Schallfeldgröße)
das Verhältnis von absorbierter zu einfallender Druckamplitude.
Reflexionsfaktor r = pr / pe (Reflexionsgrad = Ir/Ie)
Absorptionsfaktor α = pa / pe (Absorptionsgrad = Ia/Ie)      I = p2

Axialmoden

Axialmoden

Tangentialmoden

Tangentialmoden

Obliquemoden

Obliquemoden

Raum-Moden

Raum-Moden Animated

Der Schalltransmissionsgrad τ gibt das Verhältnis zwischen der abgestrahlten und der auf das
Trennbauteil auftreffenden Schallleistung an. Mit dessen Hilfe kann man das Schalldämm-Maß R,
den maßgeblichen Kennwert zur Beschreibung der Schalldämmwirkung des Bauteils, aus
R = 10 · log (1 / τ)

bestimmen. Der Schallabsorptionsgrad α (Schallenergiegröße) kennzeichnet das
Absorptionsvermögen eines Materials. Er berechnet sich aus dem Verhältnis der von dem
Material absorbierten zur auftreffenden Schallenergie, ist frequenzabhängig und steht mit
dem Reflexionsfaktor r in folgendem Zusammenhang
α = (pa)2 / (pe)2 = 1 − r2

Aus: Lutz Ackermann "Simulation der Schalltransmission durch Wände"

Die Schröderfrequenz ist die Frequenzgrenze unterhalb der die Raummoden liegen.

Schröderfrequenz

Die Anzahl der Eigenfrequenzen unterhalb der Schröderfrequenz ist etwa:

Eigenfrequenzen

Rechner für die Raumeigenmoden − Jörg Hunecke

Was sind Raummoden? - Richtig dargestellt − Trikustik ®
 
Das Bild links zeigt dort die Schwingungen einer Saite mit außen liegenden Knoten.
Das Bild rechts zeigt dort die tatsächliche Schalldruckverteilung an den Wänden.   weiter


Dieses ist nur für 2D definiert, was üblicherweise genügt. Unter bestimmten
Annahmen und Rundungen lassen sich ähnliche Aussagen jedoch auch für 3D treffen.

Stehende Wellen bei Saiten und Raummoden bei schallharten parallelen Wänden

Es gibt keine Raumkorrektur durch EQ-Einstellung.

Die Idee, Equalizer (Filter) im Lautsprecherweg zu verwenden, um störende Raumantworten zu
verbessern, ist ein falscher Weg. In einigen Fällen kann EQ ein wenig helfen, um modale Spitzen
bei sehr tiefen Frequenzen zu dämpfen. Aber die meisten Frequenzgangfehler sind in hohem
Grade von der Abhörposition abhängig und ergeben Absenkungen bis zu 30 dB. Somit kann
eine EQ-Korrektur im elektrischen Verstärkungsweg möglicherweise nur für einen einzigen
kleinen spezifischen Ort im Raum nützlich sein; an anderen Orten ist das Ergebnis viel schlechter.
Sogar an einem Ort der nur 30 cm vom Messpunkt entfernt liegt, kann es völlig anders klingen.
Das EQ tut nichts für akustische Probleme des Raums, wie erste Reflexionen,
Tonhöhenschwankungen und Flutterecho, modales Klingeln usw.

Ein EQ erzeugt eine Frequenzgangkorrektur des Lautsprechers und weniger eine
positive akustische Raumkorrektur für alle Orte.

Und hier wird das Gegenteil behauptet: Digitale Raumkorrektur - ein Zukunftsmodell?

Messung eines Lautsprechers

Messung eines Lautsprechers in einem Raum und Korrektur durch einen parametrischen Equalizer.
Man sieht die Korrektur des Lautsprecherfrequenzgangs − und keine
"Raumkorrektur".
Die Laufzeit (Delay) zwischen Lautsprecher und Messpunkt wird meistens übersehen.

 
Eine elektronische Entzerrung kann kein Ersatz für eine gute Raumakustik sein.

 

Room Response Inverse Corrected Sound

Die korrigierte Kurve kann niemals an allen Stellen des Raums erzeugt werden.

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